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Schloss Bellevue

30 Jahre Straßenaction. Nun hänge ich beim Bundespräsidenten im Büro und gehe trotzdem nachts raus, um die Stadt zu prägen. Viele Zehntausend Stunden, Energie und Geld sind dafür geflossen und haben meine Arbeit und mich geprägt. Es hat sich gelohnt.

Von Galerieeröffnungen in Tokyo über Installationen zwischen Junkies in São Paulo bis zum Malen im Kibera-Slum in Nairobi. Momente, die nicht zu kaufen sind und einem die Welt in ihren vielen Facetten zeigen. Top-Künstler, viele Drinks, Liebe und viel Kleister an den Klamotten – alles war dabei, und es lohnt sich noch immer.

Viele Kollegen habe ich kommen und gehen sehen. Von den Anfängen ist kein Einziger mehr aktiv. Die Verantwortung der Künstler, aktiv in den Stadtraum einzugreifen, ist wichtiger denn je. Die Qualität im öffentlichen Raum hat stark nachgelassen und ist zu einem Brei aus Photoshop geworden.

Wenige Künstler liefern über einen langen Zeitraum Qualität und Quantität und nutzen den öffentlichen Raum so, wie wir ihn bespielen sollten. Dankeschön an diese Kollegen.

Ich werde weitermachen, bis eine Generation erscheint, die das liefert, was der öffentliche Raum braucht, und es besser macht. Bis dahin bleibt mir treu und bekommt selbst den Arsch hoch! Dann sehen wir uns auf der Straße und verändern die Stadt gemeinsam.